GV 2003

Weltgruppe Möhlin

 

Zeitungsberichte:

© Aargauer Zeitung / MLZ; 2003-02-03; Rheinfelden

Herzlicher Briefwechsel zwischen Fricktal und Dritter Welt

Möhlin · Dritte-Welt-Gruppe bestimmt selber, wie die Gelder eingesetzt werden

Die Weltgruppe Möhlin ist eine der besonders aktiven. Sie gibt sich nicht damit zufrieden, Spenden zu sammeln und entsprechende Aktionen zu veranstalten. Sie überwacht wenn möglich vor Ort den Fortschritt der unterstützten Projekte.

Seit 1976 gibt es die Weltgruppe Möhlin. Mittlerweile haben sie seit drei Jahren den Status eines Vereins, was dazu geführt hat, dass nun an der Generalversammlung über die Vergabe der Spendengelder bestimmt wird.

Überhaupt hat sich unter dem Vorsitz von Stefan Schwarz einiges an administrativen Abläufen verbessert. So gibt es beispielsweise seit letztem Jahr für jedes der zurzeit neun Projekte einen eigenen Koordinator oder eine eigene Koordinatorin. Zuvor waren die Betreuung und der Kontakt mit den jeweiligen Verantwortlichen etwa in Peru oder Tschad allein dem Vorsitzenden überlassen.

Da der gesamte Vorstand in seiner Freizeit und ehrenamtlich arbeitet - die administrativen Kosten betragen weniger als ein Prozent des Budgets -, bleibt nicht viel Zeit, um sich eingehend mit der Entwicklung der Projekte auseinander zu setzen oder gar am Ort einen Besuch abzustatten.

Das Bestreben der Dritte- Welt Gruppe war schon immer gross, ein so persönliches Verhältnis wie möglich mit den Empfängern der Spenden zu haben. Man wollte möglichst vermeiden, mit den mit guten Absichten einbezahlten Mitgliederbeiträge oder Patenschaften irgendwelchen unpersönlichen Anfragen in Form von Massenbriefen nachzukommen, erklärte Stefan Schwarz.

Reger Briefkontakt

Einige der Beträge werden tatsächlich persönlich überbracht und der Briefwechsel ist herzlich und rege. Sehr viele Briefe und viel Material über die von Möhlin aus unterstützten Hilfsprojekte finden sich auf der Internetseite der Dritte- Welt Gruppe, die im vergangenen Jahr eingerichtet worden ist. Auch das ist ein Verdienst von Stefan Schwarz, der mit der Firma agri.ch sogar einen Sponsor für den Auftritt im Netz gefunden hat.

Auch generell gab das Budget für das Jahr 2002 Anlass zur Freude. Besonders wegen der Mitgliederbeiträge und Spenden waren die Einnahmen von 22110 Franken höher als die erwarteten 20350 Franken.

Die budgetierten Ausgaben in der Höhe von 31700 Franken wurden mit dem Betrag von 25916 Franken deutlich unterschritten, was damit zu tun hatte, dass eben genau der gewünschte persönliche Kontakt mit zwei Projekten (Augenspital Tschad und TB-Station Peru) im letzten Jahr nicht zustande gekommen war. Auch auf ihre wiederholte Anfrage erhielten die Verantwortlichen keine richtige Antwort. So beschloss der Vorstand, diese eingeplanten Gelder nicht auszubezahlen, doch an der GV, quasi als letzte Chance, noch einmal reduzierte Beträge für diese beiden Institutionen zu beantragen.

Dass trotz der unerwarteten Einnahmen und reduzierten Ausgaben ein Ausgabenüberschuss resultiert, ist keineswegs ein Missgeschick. Dank gutem Wirtschaften in den letzten Jahren haben sich auf dem Vereinskonto über 35 000 Franken angesammelt, die man aber nun reduzieren will, da das Eigenkapital unnötig hoch sei.

Gemäss Budget 2003 erhalten im nächsten Jahr Unterstützung: ein Frauenhaus in Bolivien mit einem angeschlossenen Teil für sexuell missbrauchte Kinder und Jugendliche, die Patenschaften für Kinder in Ecuador, Projekte für Strassenkinder in Mexiko und Paraguay, eine Tuberkulose-Station in Peru, ein Augenspital und eine Sonderschule in Tschad sowie das Kolpinghaus in Tschechien.

Im Pfarreizentrum Schallen sind auch dieses Jahr Anlässe geplant, so die traditionelle Spaghettata und die bereits zehnte Ausgabe der Fiesta Latina. Ausserdem ein Info-Abend, mehrere Sitzungen und zwei ökumenische Gottesdienste. (wor)

Informationen: www.Weltgruppe Möhlin.ch, oder unter Telefon 061 851 09 60, Stefan Schwarz.

 

 
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Updated: 20 Dez 2009