Incomindios

Weltgruppe Möhlin

 

Lebendige Sprache = lebendige Kultur

Ein Sommercamp für die Northern Cheyenne in Montana.

Im Verlaufe der letzten 50 Jahre sind die Sprachen der indianischen Völker Nordamerikas vom Englischen fast ganz verdrängt worden. Die amerikanischen Ureinwohner wissen jedoch, dass ihre Sprache der Zugang zu ihrer Kultur bedeutet. Deshalb unternehmen sie grosse Anstrengungen, ihre Sprachen in letzter Minute zu retten. Diese Bemühungen hat Incomindios (Internationales Komitee für die Indianer Amerikas) in den letzten Jahren durch finanzielle Mittel gefördert.

Im Berichtsjahr unterstützte Incomindios den Stamm der Northern Cheyenne in Montana. Der Stamm umfasst ca. 9’000 Mitglieder, wovon 4’000 im Reservat leben. Eine Sprachumfrage ergab, dass nur noch 29% die Stammessprache fliessend sprechen; davon sind die meisten über 40 Jahre alt! Die Sprach- und Kulturvermittlung ist durch komplexe Probleme gefährdet: Die Bevölkerung leidet unter grossen gesundheitlichen Problemen wie Diabetes und Arthritis. Zudem stellen hohe Arbeitslosigkeit, Armut und Alkoholismus eine grosse Belastung dar.

Welche Mittel gibt es, um die Kinder wieder mit der Sprache ihrer Grosseltern und Urgrosseltern vertraut zu machen?

Im Sommer 2005 fand ein Lager in Crazy Head Springs statt. Daran teil nahmen 40 Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 17 Jahren. Das Kursprogramm wurde vom Tribal College Chief Dull Knife entwickelt. In einem 12-tägigen Kulturcamp versuchten die Northern Cheyenne, Kinder und Jugendliche für ihre eigenen Sprach- und Kulturgüter wieder zu begeistern. Täglich besuchten Elders das Lager und bereicherten es durch ihr traditionelles Wissen. Die kulturellen Aktivitäten umfassten die Zubereitung von Büffelfleisch, Perlenknüpfen, Handspiele, Trommeln, Pflanzenkunde, Flötenspielen, das Aufstellen von Tipis, Schwitzhütten und das Geschichtenerzählen – wenn möglich eben in ihrer eigenen Sprache. Solche Projekte sind bereits zum Modell für andere Stämme geworden, die noch keine Erfahrung mit Sprachlagern haben.

Viele der teilnehmenden Kinder hatten bis jetzt wenig Kontakt mit der Kultur und Sprache ihres eigenen Stammes der Cheyenne. Hier erlebten sie hautnah wie die Sprache einen wesentlichen Teil ihres kulturellen Erbes ausmacht. Am Ende des Lagers waren sie glücklich und stolz auf ihre neuen Kenntnisse und Leistungen. Die Meisten erklärten, sie hätten ein tieferes Verständnis und eine tiefere Wertschätzung ihrer Kultur gewonnen. Manche wünschten, das Lager hätte kein Ende.......

Bericht von Vera Steinlin, Leiterin der Arbeitsgruppe Inschu (indianische Schulung) und Edi Hilpert, Weltgruppe Möhlin

Weitere Infos unter www.incomindios.ch 

 
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Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte:

Artikel 1
Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen.

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Updated: 20 Dez 2009